Ein Hoffnungslied

Unsere Hoffnung muss Phantasie bekommen,
die diese kranke Welt neu entwerfen kann,
die aus-malen, aus-denken, aus-deuten, ausbreiten kann,
von dem wir jetzt nur träumen können:
den neuen Himmel und die neue Erde.


Unsere Hoffnung muss Hände bekommen,
die Hand anlegen an dieser kranken Welt,
heilende Hände anlegen, die die Tränen
abtrocknen und sich nicht abfinden
mit der Un-er-löst-heit dieser kranken Welt.


Unsere Hoffnung muss Füße bekommen,
die sich wundlaufen für das Heil der Welt,
denen kein Weg zu weit und zu schwer ist,
zu den Menschen zu gehen,
die den Weg Jesu Christi weiter-gehen,
die Gott hier auf Erden in Gang bringen.


Unsere Hoffnung muss Worte bekommen,
die die Menschen verstehen,
ein rechtes Wort zur rechten Zeit,
Worte, die Trauer tragen, Worte, die trösten,
Worte, die Freude schenken.


Gott hat damit den Anfang gemacht
in seinem geliebten Sohn Jesus von Nazareth,
in ihm hat die Hoffnung der Menschen,
die Hoffnung dieser kranken Welt
Hand und Fuß bekommen,
und das im wahrsten Sinne des Wortes.
Gott hat damit den Anfang gemacht,
wir müssen weiter-machen.
(KJG)

Gebet im März

Wenn wir die Grenzen anerkennen,
die uns trennen,
dann kann Frieden werden,

und wenn die Grenzen von Ländern,
Sprache und Kultur,
von Rasse und Farbe,
von Gedanken und Überzeugungen,
von Religion und Glaube,
uns weder teilen noch trennen,
sondern zeigen und deutlich machen,
dass jeder und jede einzigartig
und unentbehrlich ist!

Wenn in der Erkenntnis des Friedens klar würde,
dass jeder und jede einzigartig und unentbehrlich,
von Gott gewünscht,
gewollt und erschaffen ist!

Dann, ja, dann wäre jeder Vorwand
für Ablehnung und Ausschluss,
für Gewalt und Krieg,
für Unterdrückung und Sklaverei,
ja, dann würden diese Vorwände zerfallen.

Dann, ja, dann werde ich zu dir kommen
und du zu mir

langsam, zärtlich,
in Sanftmut und Respekt,

Schritt für Schritt
in der Stille und in der Kraft des Geistes,
in Wort und Dialog,

dann schwindet die Angst vor Verletzung
dann schwindet, was Gemeinschaft verhindert,
denn wer wollte Gott verletzen,
der uns zu seinem Ebenbild gemacht hat,
wer wollte die Schöpfung verletzen,
die uns trägt und auf uns hofft.

Dann, ja, dann werde ich dir begegnen
und du mir,
dann werde ich dir und du mir
zum Geschenk Gottes.

Dann, ja, dann wird der Friede
deinen und meinen Namen tragen
denn ‘Friede’ ist der Name Gottes.

(Bischof César Essayan, Apostolischer Vikar im Libanon)

Januar 2020
Februar 2020
Ökumenisches Friedensgebet 2020

Guter Vater,
als dein Volk Israel im Elend lebte,
hast du sein Wehklagen gehört,
und du hast dein Volk errettet.
Heute erheben wir unsere Stimmen zu dir,
um deine Güte zu erflehen.
Sieh auf unsere leidgeprüfte Menschheit,
so oft ist sie bedroht und geknechtet von Gewalt und Krieg.
Höre unser Rufen und sieh unsere Not,
unsere Sehnsucht nach Frieden – jetzt.
Jesus Christus, du Friedensfürst, ziehe ein in unsere Herzen.
Du bist in die Welt gekommen, um das Böse zu überwinden,
welches uns hindert, geschwisterlich miteinander zu leben.
Hilf, die Mauern zwischen Menschen und Völkern zu überwinden,
damit Frieden herrscht in der ganzen Welt.
Höre unser Rufen und sieh unsere Not,
unsere Sehnsucht nach Frieden – jetzt.
Heiliger Geist, erleuchte uns,
damit wir Werkzeuge des Friedens sind.
Weise uns den Weg zum Aufbau einer Welt des Friedens,
in der wir geschwisterlich zusammenleben können.
Höre unser Rufen und sieh unsere Not,
unsere Sehnsucht nach Frieden – jetzt.
Guter Gott,
sieh unsere Tränen – die Tränen deiner Kinder –
und unseren Durst nach Frieden.
Segne und behüte uns, damit wir jederzeit
zurückfinden auf den Weg zum Frieden,
sollten wir uns verirren oder müde werden.
Amen.

Sr. Marie Catherine Kingbo

Stoßgebete für die Nacht

1.
Segne die für uns leiden,
tröste die wir heut kränkten,
wir sind so schwach und vergesslich.
Fülle die Brunnen wieder, halte die Bäcker wach,
dass unser Brot nicht verbrennt, wir sind so bedürftig.

2.
Zeig den Schlaflosen Deine Sterne,
ruf den Verlassenen zu als Heimchen,
schick den Kranken den Hauch der Linde
und eine Brise Salzwind den Toren.

3.
Was Du auch vorhast mit Deiner Welt,
die kleinen Felle der Liebenden lass ungeschoren,
dass sie einander wärmen wider den Tod.

4.
Mache die Mütter stark und zärtlich,
mache die Väter geduldig und treu,
und den Kindern gib Ohren wie Gras und Laub,
Dein Licht zu erhören.

5.
Schenke den Alten Schlaf,
leicht wie zerbrechlichen Eiern
die Wärme der Vogelmutter,
dass ihrem Tod von innen Flügel und Schnabel wachsen,
Gesang fürs andere Leben.

Christine Buster

Dezember 2019
November 2019

Herr

Irgendwann muss jeder von uns mit der Versuchung
fertigwerden,
eine Mauer um sein Herz zu bauen,
die ihn schützen soll
vor den Verwundungen des Lebens,
vor Enttäuschung und Bitterkeit.
Irgendwann ist jeder von uns enttäuscht
von einer Liebe, von einer Freundschaft,
von einem Vertrauen, von einem Urteil,
von seiner Umwelt, von sich selbst…

Wir sind in Versuchung eine Mauer zu bauen
um unser Herz,
das so wunderbar geworden, das verwundet
worden ist.
Wir suchen Schutz und ziehen uns zurück:
Wer nichts riskiert, wird nicht enttäuscht…

Unmerklich aber wird unser ganzes Leben
zur Enttäuschung:
Wir können keine Mauern bauen,
die nur vor dem Schlimmen bewahren.
Mauern, die wir bauen, werden alles fernhalten:
mit dem Leid auch die Freude,
mit der Ablehnung und Feindschaft auch Nähe
und Freundschaft,
mit Enttäuschung auch alle Hoffnung.

Wenn wir das Unkraut vermeiden wollen,
müssen wir den Acker betonieren.
Wo aber wächst dann der Weizen?

Herr
Gib uns den Mut zu einem reichen,
verwundbaren Leben.

Anonym

Oktober 2019

Himmlischer Vater
Himmlischer Vater,
als dein Sohn Jesus Christus
von den Toten auferstand,
gab er seinen Jüngern den Auftrag:
„Geht und macht alle Völker
Zu meinen Jüngern.“
Durch unsere Taufe haben wir Anteil
An dieser Sendung der Kirche.

Schenke uns die Gaben
Des Heiligen Geistes,
damit wir mutig und entschlossen
das Evangelium bezeugen
und Leben und Licht in die Welt tragen.
Lass uns dafür immer wieder neue
Und wirksame Formen entdecken.

Hilf uns,
die rettende Liebe und
Barmherzigkeit Jesus Christi
Allen Menschen erfahrbar zu machen.
Darum bitten wir durch ihn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Amen.

(Papst Franziskus zum außerordentlichen Monat der Weltmission 2019)

Mut

Was keiner wagt, das sollt ihr wagen,
was keiner sagt, das sagt heraus,
was keiner denkt, das wagt zu denken,
was keiner anfängt, das führt aus!

Wenn keiner ja sagt, sollt ihr’s sagen,
wenn keiner nein sagt, sagt doch nein,
wenn alle zweifeln, wagt zu glauben,
wenn alle mittun, steht allein!

Wo alle loben, habt Bedenken,
wo alle spotten, spottet nicht,
wo alle geizen, wagt zu schenken,
wo alles dunkel ist, macht Licht!

Lothar Zenetti, Texte der Zuversicht