Psalm eines Kriegsopfers

Psalm eines Kriegsopfers

Was habe ich getan,
dass ich so leiden muss,
was nur verbrochen,
dass man mich so heftig schlägt?

Andere haben entschieden,
mich fragten sie nicht,
nur wenige waren es,
doch die mit tödlicher Macht.

Sie fanden Gründe
den Feind zu bekämpfen
das Recht ist auf unserer Seite
tönten sie laut.

Nie habe ich verstanden
was man mich sehr früh lehrte,
wer Freund ist, wer Feind bleibt,
das war einfach so.

Den Feind malten sie mir
in den dunkelsten Farben,
die Sanften und Friedfertigen
verschwiegen sie mir.

Jetzt ist entflammt
der gräßliche Krieg
bringt Leid und Verderben,
Vernichtung und Tod.

Geflohen bin ich,
verwüstet mein Haus,
hinter starken Mauern
fand ich jetzt Schutz.

Um mich ein elendes
Schluchzen und Klagen,
ich verlor nur mein Haus,
andere die Mutter, den Sohn.

Siehst du die Tränen,
die zitternden Glieder,
Ewiger, Unbegreiflicher,
bewegt dich das nicht?

Missbraucht wirst du schamlos
von beiden Parteien,
dein Name ist Waffe
für schändliches Tun.

Fahre dazwischen,
lösche die Feuer.
Die Besonnenen stärke,
die Grausamen schwäche.

Und lass mich nicht hassen,
trotz meiner Wunden,
damit die Hoffnung auf Frieden
in mir nie erlischt.

Stephan Wahl

Ihr seid das Salz der Erde

Ihr seid das Salz der Erde

Gebet zum Weltmissionssonntag

O Jesus,
wenn der Himmel explodiert
und mit ihm Hoffnung und Vertrauen
in Politiker, die ihr eigenes Volk verraten,
wäre es leichter zu gehen als zu bleiben.
Doch du sagst: Ihr seid das Salz der Erde.

Sei du bei allen, die trotzdem bleiben
und zu den Menschen gehen,
um ihnen Licht zu bringen und zu essen,
und ihnen zu sagen:
Wir sind da und werden es auch bleiben!

Sei bei den Frauen und Männern,
die für die Jungen, Alten und Geflüchteten
ihr eigenes Leid verbergen,
weil sie alle Teil einer großen Familie sind
und wissen: Wir sind das Salz der Erde.

Das steckt mich an und ich bitte: Hilf mir zu verstehen,
dass auch ich die Welt lebendig machen kann.
Und im Vertrauen auf dich
hebe ich vorsichtig meine Hand und bin bereit.
Denn: Auch ich bin das Salz der Erde.

Ayline Plachta

Geworden bin ich

Geworden bin ich

Geworden bin ich
durch deine Liebe,
mit der du mich
geschaffen hast.

Gewachsen bin ich
durch alles hindurch,
auch den Schmerz,
den du mir nicht erspart hast.

Gerufen bin ich
bei meinem Namen,
den du geschrieben hast
in die Fläche deiner Hand.

Gehalten bin ich
von deiner Treue,
die du mir bewahrt hast
durch all die Jahre.

Geführt bin ich
von deiner Vorsehung,
die mich begleitet hat
auch in der Gefahr.

Gesegnet bin ich
mit deiner Gnade,
die du mir schenkst
mein Leben lang.

Paul Weismantel, Domvikar Bistum Würzburg

Gebet des Ortskirchentages

Gebet des Ortskirchentages

Mächtiger Gott,
durch deinen Propheten Jeremia
hast du deinem Volk die Heilsworte zukommen lassen:
„Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben.“ (Jer 29,11)
Um deines Reiches willen suchen wir Zukunft und Hoffnung
und finden uns doch in der Wüste alltäglicher Begrenzungen wieder.
Die Zeichen der Zeit fordern uns als deine heutige Stimme heraus.

Du wirst nicht müde,
deinen Menschen den Sturm der Zeit um die Ohren wehen zu lassen,
der uns herausfordert gewohnte Wege zu verlassen.

Im Vertrauen auf dich, wirkst du unsere Zukunft.
Hoffend leiden wir an der Gegenwart,
leidenschaftlich setzen wir uns für eine Zukunft der Einen Welt ein.

Wo wir miteinander unterwegs sind,
wo wir uns gegenseitig bereichern,
wo wir die Liebe wagen,
wird deine Zukunft und Hoffnung in der Welt lebendig.

Um deines Reiches willen,
vertrauend auf deine wirkmächtige Gegenwart,
schauen wir voller Hoffnung in die Zukunft.
Amen.

Gebet der ökumenischen Friedensdekade

Gebet der ökumenischen Friedensdekade

Friedliebender Gott,
wir haben uns hier versammelt,
während in einigen Ländern dieser Erde Bomben fallen
und Menschen sterben.
Das macht uns fassungslos.
Worte fehlen.
Unsere Kraft ist zu klein.
Wir fühlen uns hilflos, wütend und ohnmächtig.
Darum sind wir hier:
Gemeinsam treten wir vor dich, Gott.
Was uns Angst macht,
das bringen wir zu dir.
Sieh, was uns bewegt,
sieh unsere Sorgen.
Gegen all die Gewalt, die Not,
Gott, sei du uns Zuversicht und Stärke.
Lass unter uns den Zusammen: Halt gegen alles Trennende wachsen,
damit wir zurecht als deine Kinder eine Weltgemeinschaft
bilden können.
So bitten wir im Namen Jesu Christi,
der uns Bruder und Herr geworden ist.
Amen.

Zum Valentinstag – für alle Liebenden!

Zum Valentinstag – für alle Liebenden!

Guter Gott, Du Gott des Lebens
und Quelle jeder Liebe,
Wir sehnen uns danach,
dass unsere Liebe lebendig bleibt
auf unserem gemeinsamen Weg.
Auf diesem Weg wollen wir uns treu bleiben
Und den Zauber des Anfangs bewahren
Als kostbares Geschenk aus Deiner Hand.
Wirke in uns,
damit wir die Zärtlichkeit nicht vergessen,
dankbar bleiben für die Schönheit des Anderen,
und das Staunen über seine Einzigartigkeit.
Denn Du hast ihn wunderbar geschaffen.
In ihm begegnen wir Dir.

(Aus „Der Liebe Raum geben“ – Schönstatt-Familienbewegung,
Verlag Butzon u. Bercker 1997)

Gebet  für Kinder

Gebet für Kinder

Herr des Lebens, wir danken dir unendlich für das Wunder,
das du im Mutterleib webst.
Wir danken dir für die Kinder,
die für uns Ausdruck deiner Freude und Zärtlichkeit sind.
Wir wollen, dass es ihnen gut geht.
Deshalb werden wir sie ihr ganzes Leben lang beschützen,
denn ihr Leben ist heilig.
Wir bitten dich, dass unsere Kinder glücklich sein mögen,
so wie du selbst es dir für sie wünschst.
Wir bitten dich, dass wir ihnen ein gesundes, glückliches
und friedliches Leben geben können –
im Mutterleib, Zuhause, in der Schule, auf den Straßen,
in der Kirche, an jedem Ort.
Gib uns Kraft, um die Lebensqualität auf unserem Planeten zu verbessern.
Gib uns Kraft, um eine würdige und gerechte Gesellschaft aufzubauen,
die die Kinder liebt und ihre Rechte vom Mutterleib an garantiert.
Wir bitten dich, dass sie Muttermilch, geeignete Nahrung, sauberes Wasser,
Impfungen, gute Bildung, ein angemessenes Zuhause, Schutz, Liebe und
Entwicklungschancen erhalten.
Hilf uns zu verhindern, dass Kindern heute Gewalt angetan wird,
dass sie ausgebeutet oder zur Zwangsarbeit gezwungen werden.
Hilf uns zu verhindern, dass sie in den Drogenkonsum einsteigen
oder aufgrund vermeidbarer Faktoren sterben.
Lass sie Schulen haben, um zu lernen, und sichere Orte, um zu spielen.
Du bist unsere Kraft.
Und diese Kraft treibt uns an, eine Welt zu erschaffen,
in der Kinder Leben und Leben in Fülle haben.

(Das Gebet wurde von der Kleinkind-Pastoral adaptiert.
Das Original stammt vom „Red Global de Religiones a favor de la Niñez”.)

Gebet der ökumenischen Friedensdekade

Friedliebender Gott,
wir haben uns hier versammelt,
während in einigen Ländern dieser Erde Bomben fallen
und Menschen sterben.
Das macht uns fassungslos.
Worte fehlen.
Unsere Kraft ist zu klein.
Wir fühlen uns hilflos, wütend und ohnmächtig.
Darum sind wir hier:
Gemeinsam treten wir vor dich, Gott.
Was uns Angst macht,
das bringen wir zu dir.
Sieh, was uns bewegt,
sieh unsere Sorgen.
Gegen all die Gewalt, die Not,
Gott, sei du uns Zuversicht und Stärke.
Lass unter uns den Zusammen: Halt gegen alles Trennende wachsen,
damit wir zurecht als deine Kinder eine Weltgemeinschaft
bilden können.
So bitten wir im Namen Jesu Christi,
der uns Bruder und Herr geworden ist.
Amen.

Gebet zum Weltmissionssonntag

Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben

Zukunft und Hoffnung willst du uns und deiner Kirche geben –
wir aber wohnen im Exil der Fremde.
Von dir dort hingepflanzt,
beklagen wir den Verlust unserer Gewohnheiten.
Wie schwer tun sich unsere Augen und Ohren
im Schauen und Hören jenseits unserer Grenzen.

Du wirst nicht müde, deinen Menschen
Prophetinnen und Propheten in diesen Zeiten zu schicken,
sie sprechen die Wahrheit in unbequemen Worten.

Du wirst nicht müde, deinen Menschen
den Sturm der Zeit um die Ohren wehen zu lassen
er zwingt festgefahrene Wege zu verlassen.

Du wirst nicht müde,
deine Menschen an dein Heilswort zur rechten Zeit zu erinnern,
es nimmt nicht das Leid, doch es schenkt Neuanfang.

Zukunft und Hoffnung schenkst du uns
auf dem steinigen Weg bergab in die Tiefen unserer Menschlichkeit.
Wo wir einander Gemeinschaft stiften
und uns das Leben gegenseitig erlauben –
dort werden deine Zukunft und Hoffnung in uns wohnen
und uns von allen Grenzen auf deine Verheißung hin befreien.

(Sr. Laura Knäbel MMS)

Nicht ins Endlose

Nicht ins Endlose

Nicht ins Endlose wälzt sich der Strom der Weltgeschichte,
dieser Strom von Blut und Tränen,
von Morden und Gemordetwerden.
Der Sieg der Liebe wird diesem schrecklichen Strom
ein Ende bereiten –
ein Ende, in dem Gott abwischen wird
alle Tränen von allen Augen,
ein Ende, in dem der Tod abgetan sein wird
und Gottes Liebe sein wird alles in allem.

Helmut Gollwitzer