Gebet aus dem MartinusBrief August/September 2022

Nicht ins Endlose

Nicht ins Endlose wälzt sich der Strom der Weltgeschichte,
dieser Strom von Blut und Tränen,
von Morden und Gemordetwerden.
Der Sieg der Liebe wird diesem schrecklichen Strom
ein Ende bereiten –
ein Ende, in dem Gott abwischen wird
alle Tränen von allen Augen,
ein Ende, in dem der Tod abgetan sein wird
und Gottes Liebe sein wird alles in allem.

Helmut Gollwitzer

Gebet aus dem MartinusBrief Juli 2022

Gebet des Katholikentages

Gott des Lebens und der Ewigkeit.
Jeden Tag gibst du uns Leben von deinem Leben,
Atem und Brot, Geist und Liebe.
In Jesus Christus hast du unser Leben angenommen.
Du hast Freude und Hunger,
Größe und Erbärmlichkeit
mit den Menschen geteilt.
In großen und kleinen Wundern,
in heiligen Zeichen,
mitten im Alltag unseres Lebens
bist du unter uns
und gibst uns Anteil an dir.
Aus deiner Fülle teilen auch wir
Glaube und Hoffnung,
Brot und Rosen,
Freude und Leid,
Zeit und Geld,
Träume und Ideen,
Wissen und Können.

Wir bitten dich, Gott,
dein Heiliger Geist begleite und beseele uns.
Gib deinen Geist in die Sprache und
Sprachlosigkeit der Kirche.
Gib deinen Geist in das Leben und
Miteinander der Menschen am Ort.
Gib deinen Geist allen Christen weltweit
und Frieden zwischen den Religionen und Kulturen.
All unsere Arbeit und Sorge wandle in Segen
Ewiger, lebendiger und Leben teilender Gott.
Amen.

Gebet aus dem MartinusBrief Juni 2022

Komm, heiliger Geist,
schenke uns die Gabe deiner Liebe!

Liebe, die sanft und zärtlich ist,
Liebe, die geduldig und treu ist,
Liebe, die großzügig und gütig ist.

Liebe, die gibt und nicht rechnet,
Liebe, die ermutigt und nicht bevormundet,
Liebe, die schützt und nicht zerstört.

Liebe, die nicht bedrängen will,
Liebe, die nicht fesseln will,
Liebe, die nicht herrschen will.

Liebe voll Zuversicht und Freude.
Liebe voll Humor und Phantasie.
Liebe voll Leben und Kraft.

Komm, heiliger Geist,
entzünde in uns das Feuer deiner Liebe.

(Gisela Baltes, www.impulstexte.de, in: Pfarrbriefservice.de)

Gebet aus dem MartinusBrief Mai 2022

Gebete und Bitten anlässlich des Krieges in der Ukraine

 

Während des Friedensgebets am Aschermittwoch, anlässlich des Krieges in der Ukraine, wurden folgende Gebete und Bitten in die Altarwand gesteckt. Sie wurden dann im Osterfeuer verbrannt, damit sie im Licht der Osterkerze weiterbrennen und Licht in dunkle Zeiten bringen:

 

• Möge die Vernunft siegen und die Verhandlungen für Frieden nicht nachlassen. Mut, Kraft und Durchhaltevermögen für die Menschen in der Ukraine. Auf dass alles gut wird und Freiheit und Demokratie siegen.

• Geliebter Vater aller Menschen, Jesus Christus Freund, Bruder und Meister aller Menschen, auch Putin und alle Machthaber sind deine Kinder, verlorene, verletze, zerrissene Seelen.

Sende ihnen dein Heil, heile ihre Seelen, dass sie ihr Unrecht erkennen, dass sie sich selbst nach Frieden, Ruhe und Harmonie sehnen, dass sie wieder lernen zu lieben, dass sie in Liebe zu den Menschen Frieden stiften und Gewalt beenden. Amen

• Lieber Gott, was geschieht mit der Welt? So etwas Grausames habe ich noch nie erlebt. Frieden, ein Wunsch, eine Norm, was sich jeder wünschte, der jedoch noch nie existiert hat. Täglich sterben Menschen um uns herum, ob durch den Krieg oder durch den natürlichen Tod. Wir leben in einer Welt, die zum Teil grausam, aber auch schön sein kann. Lieber Gott, ich wünsche mir, dass du meine Gebete hören wirst. Jede Frau, die ihren Mann, vielleicht sogar ihr Kind oder ihre Mutter verloren hat, verdienen es gehört zu werden, all die Menschen, die durch sinnlosen, hasserfüllten Krieg, bei dem es nur um Macht geht, all das verlieren, was sie lieben. Ich bete, dass jeder Mensch da draußen einen Schutzengel bei sich trägt, der ihn vor dem Bösen, dem Tod und dem Krieg beschützt. Amen

• Lieber Gott, lass uns das Werkzeug des Friedens sein und nicht zur Zerstörung dienen. Gib uns Menschen den Verstand, den Nächsten zu lieben und in Achtung vor jeglichem Menschen zu leben. Herr, gib uns deinen Frieden. Herr, zeige allen Konfliktparteien Wege zu Frieden. Lass alle erkennen, dass Gewalt falsch ist.

• Lieber Gott, ich bitte dich um Frieden auf der ganzen Welt, besonders in der Ukraine. Schenke den Menschen viel Kraft und Hoffnung, um diese schweren Tage zu überstehen und dass alles wieder gut wird. Ich bitte dich, dass ich und alle Studenten die Prüfungsphase gut meistern. Amen

• Herr, gib Frieden!

• Lieber Gott, ich weiß, ich spreche nicht oft zu dir, aber es ist wirklich sehr wichtig! Wie du sicher schon mitbekommen hast, ist gerade Krieg. Ich hoffe du schützt alle Zivilisten und meine Familie in Polen. Hiermit bitte ich dich,  Acht zu geben auf meine Familie, welche Tag für Tag ihr Leben riskiert, um den ukrainischen Menschen zu helfen. Bitte sei wachsam und schütze sie in ihrer brenzlichen Lage. Wenn du ihn siehst, grüße bitte auch meinen Onkel. Ich vermisse ihn sehr. Er ist letztes Jahr im Oktober zu dir gekommen. Danke lieber Gott.

• Gott, sei du bei den Menschen in der Ukraine, trage du ihr großes Leid mit. Bewege die Menschen in Russland, dass sie den Machtmissbrauch ihres Präsidenten nicht länger hinnehmen. Gib uns Mut, dass die Angst uns nicht lähmt, sondern zu neuen Handlungen bewegt. Gott, berühre die Herzen der russischen Soldaten, nicht auf die Menschen und Häuser und Gebäude zu schießen. Schenke allen Deinen Frieden. Gib dem Aggressor Einsicht und beiden Völkern die Kraft, eine Brücke zueinander zu bauen.

• Lieber Gott! Zeige du dem Aggressor Putin einen Weg, eine Möglichkeit diesen Krieg und das  unsägliche  Leiden der Menschen zu beenden. Gib du den westlichen Politikern Gefühl und Geschick für heilbringendes Verhalten. Gott, hilf den Menschen zu erkennen, dass ein Leben in Frieden, die einzige Lösung ist und beschütze sie alle. Schenke ihnen Kraft, die Hoffnung und den Glauben zu behalten.

• Guter Gott, ich danke dir, dass ich heute mit den Jungen und Mädchen hier sein kann. Ich hoffe es hilft ihnen und sie machen hier die Erfahrung deiner Nähe. Diese ist gerade jetzt wertvoll und gibt Halt angesichts der Ohnmacht des Krieges. Glaube, Hoffnung und Liebe sollen bleiben. Amen

• Guter Gott, auf dieser Welt geschieht so viel Unrecht und jetzt noch dieser Krieg. Sende du deine Engel auf die Erde und lass sie die Menschen zu Besserem begleiten.

• Herr Jesus Christus, gib deinem Volk, heut besonders in der Ukraine, den Frieden. Wir bitten Dich von ganzen Herzen. Gib ihnen Hoffnung auf ein besseres Leben. Danke, für dein Leiden am Kreuz und unsere  Erlösung.

• Herr, Worte vermögen kaum auszudrücken, wie unglaublich traurig dieses unfassbare Leid ist, das so vielen Menschen in der Ukraine derzeit widerfährt und wie gering vieles andere dagegen scheint. Mut macht die große Solidarität und der gemeinsame Wunsch nach Frieden.

• Wir leben hier in einer zivilisierten Welt und trotzdem gibt es keinen Frieden unter den Völkern. Guter Gott, hilf, dass der Friede bei uns anfängt unter Freunden und in den Familien.

• Gib uns und allen Menschen auf dieser Erde die Einsicht, dass wir nur in Frieden und in der Liebe zum Menschen eine gewissenhafte gute Welt schaffen und darin leben können.

• Herr, ich bitte dich um Frieden in  der ganzen Welt. Sende deinen Geist den Regierenden und Mächtigen, dass sie das Gute für das ihnen anvertraute Volk und nicht für sich selbst anstreben. Herr, ich bitte dich für die Menschen in der Ukraine, die sich mutig und tapfer einem scheinbar übermächtigen Feind entgegenstellen. Sei bei ihnen, stärke und beschütze sie. Herr, bitte sei auch beim Rest der Welt, dass alle Menschen sich gemeinsam gegen dieses Unrecht stellen, damit keiner allein gelassen wird.

• Herr, hilf uns, dass wir im Kleinen, in unserer Familie lernen, friedlich untereinander umzugehen und Konflikte durch Reden lösen zu lernen, damit auch im Großen, Frieden werden kann. Gib den Menschen in den Kriegsgebieten Kraft.

• Herr, gib uns deinen Frieden, innerlich und äußerlich, im Herzen und in den Sinnen, nah und fern und erbarme dich deines Volkes in der Ukraine und anderswo, wo Krieg und Zwietracht herrschen und schenke den Menschen Trost und Zuversicht. Sei du immer bei ihnen, auch in der tiefsten Not und Verzweiflung. Herr, dein Wille geschehe, schenke uns deinen Frieden.

• Barmherziger, den Menschen zugewandter Vater, unser Gott, du sieht welche Gräueltaten Menschen anderen Menschen, ihren Geschwistern, antun. Stärke unser aller Geist, damit Wege gefunden werden, die große Kriege in der Welt, aber auch die kleinen Kriege in Familien, unter Nachbarn zu beenden.

• Herr, mache uns zu Werkzeugen deines himmlischen Friedens, um den Hass und das Lied in der Welt zu überwinden.

• Gott, du bist die Kraft, die Macht des Lebens, des Friedens! Wirke, spreche, stoße an, verhindere, bewege zur Umkehr und Liebe. Wärme die Herzen, die Gedanken, dass Friede werde.

Gebet aus dem MartinusBrief März-April 2022

Missbrauch

Gott, du Freund des Lebens.
Du bist allen nahe, die bedrängt sind und leiden.
Wir denken heute besonders an die Kinder,
Jugendlichen und Erwachsenen,
die sexuellen Missbrauch erleiden mussten und
müssen – auch in deiner Kirche.

Wir klagen vor dir
über die Gewalt, die Täter ihren Opfern an Leib und Seele antun,
über zerstörtes Leben, das oft niemand wieder gut machen kann.
Du unser Gott, höre unsere Klage.

Wir bekennen vor dir
das Wegschauen, Schweigen und Nichtstun
derer, die die Taten geahnt haben und ahnen.
Du unser Gott, höre unsere Klage.

Wir wollen darauf achten, was viele nicht sehen
wollen:
sexuelle Übergriffe und den Missbrauch von Vertrauen und Macht.
Du unser Gott, steh uns bei.

Wir wollen hören
auf die Geschichten der Opfer.
Wir wollen Anteil nehmen an ihrem Schmerz und ihrer Einsamkeit.
Du unser Gott, steh uns bei.

Wir wollen sprechen
von der Verantwortung, die jeder von uns trägt.
Wir wollen sprechen über Hilfe und Auswege aus der Not.
Du unser Gott, gib uns Kraft und Mut.

Wir wollen schweigen,
wo Erklärungen und Ratschläge nicht angebracht sind.
Du unser Gott, gib uns Kraft und Mut.
Wir wollen uns freuen
über die Stärke und Kraft der Betroffenen,
über die Solidarität derer, die sie begleiten,
über alle Menschen, die mitarbeiten, um einen besseren Schutz zu verwirklichen.
Du unser Gott, mach unsere Hoffnung stark.

Wir wollen hoffen
auf Aufbrüche und neues Leben schon in dieser Welt,
auf die Umkehr der schuldig Gewordenen,
auf deine Gerechtigkeit heute und am Ende der Zeiten,
auf Heilung aller Wunden, die allein du schenken kannst.
Du unser Gott, mach unsere Hoffnung stark.

Lebendiger Gott, sende uns deinen Geist und sei
mit uns auf diesem Weg,
durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
Amen.

Sabine Hesse, Präventionsbeauftragte des Bistums Rottenburg-Stuttgart

Gebet aus dem MartinusBrief Februar 2022

Ökumenisches Friedensgebet 2022

Gütiger Gott, wir sehnen uns danach,
miteinander in Frieden zu leben.

Wenn Egoismus und Ungerechtigkeit
überhandnehmen,
wenn Gewalt zwischen Menschen ausbricht,
wenn Versöhnung nicht möglich erscheint,
bist du es, der uns Hoffnung auf Frieden schenkt.

Wenn Unterschiede in Sprache, Kultur oder Glauben uns vergessen lassen,
dass wir deine Geschöpfe sind und dass du uns die Schöpfung
als gemeinsame Heimat anvertraut hast,
bist du es, der uns Hoffnung auf Frieden schenkt.

Wenn Menschen gegen Menschen ausgespielt werden,
wenn Macht ausgenutzt wird, um andere auszubeuten,
wenn Tatsachen verdreht werden, um andere zu täuschen,
bist du es, der uns Hoffnung auf Frieden schenkt.

Lehre uns, gerecht und fürsorglich miteinander umzugehen
und der Korruption zu widerstehen.

Schenke uns mutige Frauen und Männer, die die Wunden heilen,
die Hass und Gewalt an Leib und Seele hinterlassen.

Lass uns die richtigen Worte, Gesten und Mittel finden,
um den Frieden zu fördern.

In welcher Sprache wir dich auch als „Fürst des Friedens“ bekennen,
lass unsere Stimmen laut vernehmbar sein gegen Gewalt und gegen Unrecht.
Amen.

Die Autorin Sr. Mary Grace Sawe wurde 1974 in Kenia geboren.

Quelle Text und Bilder:
www.oekumenisches-friedensgebet.de (missio/EMW)

Gebet aus dem MartinusBrief 07/2021

Geheimnisvoller Gott,
Dein schöpferischer Geist
schafft Vielfalt und Lebendigkeit
er inspiriert und erfreut.
Guter Gott,
Dein Geist
ist ein Geist des Friedens.
Wir bitten Dich:
Stärke die Zufriedenheit in unseren Herzen
und die Friedfertigkeit in unserem Handeln,
Und lass´ uns staunend wahrnehmen,
was Dein Geist in dieser Welt bewirkt
und wie sehr wir ihn brauchen,
damit wir Deiner wunderbaren Schöpfung
und einander gerecht werden.

Amen.

Christian Hartl
(Quelle: Gebetsbild Renovabis 2020)

Gebet aus dem MartinusBrief 06/2021

Allmächtiger gütiger Gott und Vater!
Durch die Auferstehung deines Sohnes Jesus Christus
hast du dem Tod die Macht genommen
und sagst an allen Enden der Welt
Das Leben an.
Dafür danken wir dir und bitten wir dich:
Mach uns bereit diese Botschaft mit offenen Ohren zu hören,
nimm allen Kleinglauben und allen Zweifel von uns,
lass uns einstimmen in das Osterlob deiner Zeugen:
Christus ist erstanden.
Auf ihn hoffen wir in Zeit und Ewigkeit.

Amen.

Gebet aus dem MartinusBrief 05/2021

(aus dem Fastenhirtenbrief unseres Bischofs)

Guter Gott,
wir gehen durch eine Zeit der Unsicherheit und Angst:
Da ist die Sorge um geliebte Menschen.
Da ist die Furcht, sich anzustecken.
Da ist die Ungewissheit, wie sich unsere Welt in diesen Monaten verändern wird.
Da ist jetzt schon ein grundlegender Einschnitt in unser gewohntes Leben:
Wir müssen auf vieles verzichten, das wir gerne tun, um andere Menschen nicht in Gefahr zu bringen. Das belastet uns, und wir hoffen, dass diese Zeit bald vorübergeht.
Dies alles, unsere Befürchtungen, unsere Hoffnungen, unsere Ängste,
tragen wir vor dich.
Du hast gesagt, dass wir unsere Sorgen auf dich werfen dürfen.
Du hast gesagt, dass du bei uns bist alle Tage bis ans Ende der Welt –
auch in dunklen Zeiten. Wir vertrauen dir.
Wir legen die Menschen, die wir lieben, in deine Hand:
Segne sie und behüte sie.
Und wir bitten dich, schenke uns Kraft und Zuversicht
und beschütze uns in dieser Zeit.

Amen.

(Schweizer Liturgisches Institut, Ursula Schumacher)

Gebet aus dem MartinusBrief 04/2021

Gott der Liebe,
zeige uns unseren Platz in dieser Welt
als Werkzeuge deiner Liebe
zu allen Wesen dieser Erde,
denn keines von ihnen wird von dir vergessen.
Erleuchte, die Macht und Reichtum besitzen,
damit sie sich hüten vor der Sünde der Gleichgültigkeit,
das Gemeinwohl lieben, die Schwachen fördern
und für diese Welt sorgen, die wir bewohnen.
Die Armen und die Erde flehen,
Herr, ergreife uns mit deiner Macht und deinem Licht,
um alles Leben zu schützen, um eine bessere Zukunft vorzubereiten,
damit dein Reich komme, das Reich der Gerechtigkeit, des Friedens, der Liebe und der Schönheit. Gelobt seist du.

Amen.

Gegeben zu Rom, Sankt Peter, am 24. Mai, dem Hochfest von Pfingsten im Jahr 2015, dem dritten meines Pontifikats. Franciscus