Maßnahmen und Angebote

Corona und kein Ende

Der Gipfel der Coronapandemie scheint in Deutschland überschritten zu sein. Die Folgen sind noch allgegenwärtig. Es wird demnächst keine Zeit „nach Corona“ geben, eher eine Zeit „mit Corona“. Die Coronazeit hat unser Gemeindeleben nicht abgebrochen, eher verändert, manches zum Positiven, manches zum Negativen. Negativ bleiben die Spuren des Todes, die die Coronazeit hinterlassen hat. Positiv bleiben so manche Veränderungen, die Bestand haben werden.

Die Coronazeit hat ganze Länder in die Knie gezwungen, Gott konnte sie nicht in die Knie zwingen. Wie es das 2. Vatikanum forderte, gilt es nun die Zeichen der Zeit zu sehen und sie im Lichte der befreienden Botschaft zu deuten. Die Coronazeit macht das Prekäre des Lebens überdeutlich, verdeutlicht aber auch, dass der Glaube als Weg der Innewohnung Gottes eine Beständigkeit in allen Herausforderungen schenkt.

Wir haben in der Coronazeit nie aufgehört Gottesdienst, wenn auch in verschieden Formen, zu feiern. Einige markante Änderungen werden in der folgenden Zeit präsent bleiben.

  • Aus dem Stamm des Weihnachtsbaumes haben wir ein sogenanntes Coronakreuz gezimmert, das im Altarraum steht und uns diese Zeit und ihre Leiden, auch die an oder mit Corona Gestorbenen, erinnert.
  • Vor dem Hauptaltar haben wir einen Altar aus Steinen erbaut, auf dem wir seit Beginn der Coronazeit Eucharistie, Wort-Gottes-Feiern, feiern. In die Wabensteine des Altars können Fürbitten gesteckt werden, vor dem Altar können Kerzen am Lebensbaum entzündet werden. Links und rechts des Altars liegen das Evangelienbuch, wie ein Podest auf dem die Fürbitten geschrieben werden können. An dieser Stelle soll für die Zukunft ein transportabler Altar errichtet werden.
  • Die Lieder für den Gottesdienst werden seitdem auf eine Leinwand projiziert, so dass keine Liederbücher verwendet werden müssen.
  • In den Bänken sind die Plätze mit gelben Punkten markiert, wo mit dem nötigen Abstand Platz genommen werden kann. Desinfektionsmittel sind an den Eingängen angebracht.
  • Unser MartinusBrief wird seit der Coronazeit wöchentlich geschrieben und verteilt, um die Kommunikation nicht abreißen zu lassen.
  • Manche Gottesdienste werden aufgenommen und können auf unserer Homepage abgerufen werden.
  • Jeden 4. Sonntag wurde ein zusätzlicher Termin für einen Familiengottesdienst um 11.15 Uhr eingeführt.
  • Kommunionen und Firmungen werden in Kleingruppen gefeiert. Die Kommunionfamilien bekommen wöchentlich Begleitmaterial.
  • Unsere Büros waren und sind in der ganzen Coronazeit geöffnet.

Die Coronazeit hat eine Diskussion eröffnet, welche Bereiche für das Leben der Menschen systemrelevant sind. Gott ist zum Glück nicht systemrelevant. Er lässt sich weder aussperren, noch kanalisieren. Er bleibt der Gott des Lebens über und in allem.

Die Coronazeit hat uns wieder neu die Chance gegeben über den Begriff „Hauskirche“ nachzudenken. Sie hat uns in einigen Punkten enger zusammenwachsen lassen, aber auch schmerzliche Einschnitte hinterlassen, z. B. dass in den Seniorenheimen keine Gottesdienste mehr gefeiert werden konnten und auch die Besuchsdienste sehr erschwert wurden. Das folgende Gebet darf uns begleiten:

Guter Gott, in Zeiten der Sorge um unsere Gesundheit, bist Du unsere Hoffnung.
In Zeiten bedrohlich klingender Medienberichte bist Du unsere Zuversicht.
In Zeiten der Corona-Pandemie bist Du unsere Stärke.
Dich vor Augen bitten wir:
Um Gesundheit für uns und unsere Familien,
um die Erfahrung, dass die Solidarität uns stark macht,
um Hoffnung und Zuversicht in Zeiten der Corona-Krise,
um den Glauben, dass Du auch in schwierigen Tagen bei uns bist,
um die Liebe, die uns mit den Menschen weltweit verbindet
und um das unendliche Vertrauen, dass Du ein Gott des Lebens bist. Amen

Franz Nagler, Pfarrer