Orte des Friedens

Orte des Friedens

Wenn alles um uns herum zusammenzubrechen scheint
in Unrecht und Chaos,
dann, Schöpfer Gott, lehre uns, dich zu lieben
und zu erkennen, dass du die Welt sanft in deinen Händen hältst.
Wenn wir nicht mehr wissen, was wir tun und wohin wir uns wenden sollen,
lehre uns, deiner Weisheit zu vertrauen,
damit wir deine Gegenwart in den Ereignissen erkennen,
die um uns herum geschehen.
Wenn wir nicht vergeben können und auf Rache sinnen,
lehre uns, deine Empfindsamkeit wahrzunehmen
und ebenso deine Bereitschaft, uns alles zu vergeben,
was wir falsch gemacht haben.
Wenn Gewalt, Furcht und Hass uns zu überwältigen scheinen,
lehre uns, dein Erbarmen anzunehmen,
und lenke unser Leben auf die Wege der Gerechtigkeit und des Friedens.
Wenn wir denken, dass wir allein unseren Weg gehen können,
lehre uns, dass wir von deiner Gnade abhängig sind,
damit wir mit Geduld und Hartnäckigkeit diese Welt grundlegend verändern.
Aber vor allem, lehre uns, dankbar für deine Güte zu sein,
denn in dir haben wir neues Leben!


(Aruna Gnanadason, Indien)


Die kleine Schraube


von Mahatma Ghandi


Das Hungertuch


Eine Überlieferung der Sioux-Indianer


Unsere tiefgreifendste Angst

Unsere tiefgreifendste Angst ist nicht,
dass wir ungenügend sind.
Unsere tiefgreifendste Angst ist,
über dass Messbare hinaus kraftvoll zu sein.
Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit,
die uns am meisten Angst macht.
Wir fragen uns, wer bin ich, mich brillant,
großartig, talentiert, phantastisch zu nennen?
Aber wer bist Du, Dich nicht so zu nennen?
Du bist ein Kind Gottes.
Sich selbst klein zu halten,
dient nicht der Welt.
Es ist nichts Erleuchtetes daran,
sich so klein zu machen,
dass andere um Dich herum sich unsicher fühlen.
Wir sind alle dazu bestimmt zu leuchten,
wie es Kinder tun.
Wir sind geboren worden, um den Glanz Gottes,
der in uns ist, zu manifestieren.
Er ist nicht nur in einigen von uns,
er ist in jedem einzelnen.
Und wenn wir unser eigenes Licht erscheinen lassen,
geben wir unbewusst anderen Menschen
die Erlaubnis, dasselbe zu tun.
Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind,
befreit unsere Gegenwart automatisch auch andere.
 
Nelson Mandela

Die hoffnung

die hoffnung geht zu fuss
die hoffnung strampelt auf dem rad
die hoffnung fährt mit der bahn
 
die hoffnung guckt wolken nach
die hoffnung grüßt den mond
die hoffnung findet zeit
 
die hoffnung verteidigt igel und bäume
die hoffnung versteckt asylanten
die hoffnung kauft im drittweltladen ein
 
die hoffnung fällt und erhebt sich wieder
die hoffnung steigt über berge
die hoffnung durchschwimmt das meer
 
die hoffnung bleibt neugierig
die hoffnung entdeckt zusammenhänge
die hoffnung sucht verbündete
 
die hoffnung kann entbehren
die hoffnung weiß zu genießen
die hoffnung schürt das feuer der liebe
 
die hoffnung kann wütend werden
die hoffnung kann traurig sein
die hoffnung lacht subversiv
 
die hoffnung kämpft für das recht des anderen
die hoffnung feiert und tanzt
die hoffnung macht zärtlich
 
die hoffnung hat nichts
die hoffnung will alles
die hoffnung betet um das reich gottes
 
Kurt Marti

Bitten

• Paulus schreibt an Timotheus: »Verkünde das Wort, tritt auf, ob gelegen oder ungelegen.« So lasst uns beten für die Kirche um Mut, für die Wahrheit einzustehen und auch in unbequemen Propheten
von heute das Wirken deines Geistes zu erkennen.
• Jesus sagt zu den Aposteln: »Ihr werdet meine Zeugen sein bis an die Grenzen der Erde.« So lasst uns beten für die Menschen in Europa um die Kraft, den Migranten und Flüchtlingen, unabhängig von
Herkunft und Hautfarbe, mit Liebenswürdigkeit und Respekt zu begegnen.
• Im Buch Jesaja spricht Gott: »Erschreckt nicht und fürchtet euch nicht! Ihr seid meine Zeugen.« So lasst uns beten für die christlichen Gemeinden in der Diaspora um die Stärke, mutig zu ihrer christlichen
Überzeugung zu stehen und in ihrem Umfeld Gottes Liebe aufleuchten zu lassen.
• Johannes schreibt: »Was wir gesehen und gehört haben, das verkünden wir auch euch, damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habt.« So lasst uns beten für die Menschen, die in ihrer Einsamkeit,
Trauer oder Verzweiflung keinen Ausweg sehen, um Freunde, in denen sie Gottes Sorge und Menschenfreundlichkeit erfahren.
• Die Apostel bekennen: »Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben.« So lasst uns beten für uns um die Beherztheit, überzeugt und überzeugend zu leben und durch
unser Reden und Handeln ein Stück Himmel auf der Erde erfahrbar werden zu lassen.
 
Bonifatiuswerk

So wie heute

so reich waren wir nie wie heute
so habgierig aber waren wir auch nie wie heute
so viele kleider hatten wir nie wie heute
so ausgezogen so nackt aber
waren wir auch nie
wie heute

so satt waren wir nie wie heute
so unersättlich aber waren wir auch nie wie heute
so schöne häuser hatten wir nie wie heute
so unbehaust so heimatlos aber
waren wir nie
wie heute
 
so versichert waren wir nie wie heute
so unsicher aber waren wir nie wie heute
so viel zeit hatten wir nie wie heute
so gelangweilt aber
waren wir auch nie
wie heute

Augustinus

reden und lachen
sich gegenseitig gefälligkeiten erweisen
zusammen schöne bücher lesen
sich necken
dabei aber auch
einander sich achtung erweisen
mitunter sich auch streiten ohne hass
so wie man es wohl einmal
mit sich selbst tut
manchmal auch in den meinungen
auseinander gehen
und damit die eintracht würzen
einander belehren und voneinander lernen
die abwesenden schmerzlich vermissen
die ankommenden freudig begrüßen
lauter zeichen der liebe und gegenliebe
die aus dem herzen kommen sich äußern
in miene
wort
und tausend freundlichen gesten
und wie zündstoff den geist entflammen
in gemeinsamkeit
sodass aus den vielen eine einheit wird


Anstatt einer Leitkultur

1. Das Grundgesetz als Grundlage für das Zusammenleben der
Menschen in Deutschland muss gelebt werden.
2. Das alltägliche Zusammenleben basiert auf kulturelle Gepflogenheiten.
3. Geschlechtergerechtigkeit ist ein Eckpfeiler unseres Zusammenlebens.
4. Religion gehört auch in den öffentlichen Raum.
5. Die Kunst ist frei.
6. Demokratische Debatten- und Streitkultur stärkt die Meinungsbildung in einer pluralistischen Gesellschaft.
7. Einwanderung und Integration gehören zu unserer Geschichte.
8. Die freiheitliche Demokratie verlangt Toleranz und Respekt.
9. Die parlamentarische Demokratie lebt durch Engagement.
10. Bürgerschaftliches Engagement ist gelebte Demokratie.
11. Bildung schafft den Zugang zur Gesellschaft.
12. Deutsche Sprache ist Schlüssel zur Teilhabe.
13. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte ist nie abgeschlossen.
14. Erwerbsarbeit ist wichtig für Teilhabe, Identifikation und sozialen Zusammenhalt.
15. Kulturelle Vielfalt ist eine Stärke.
Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats